Qualitätsstandards bei der Bürgerbeteiligung - Eine Übersicht über die Leitfäden für Partizipationsprozesse

Im Zuge der Erfolgsgeschichte der Online-Bürgerbeteiligung sind viele Dialoganbieter auf der Suche nach Richtlinien, Qualitätsstandards oder Regelkatalogen. – Denn Bürgerbeteiligung soll nachhaltig, effizient und sicher, also rundum gelungen sein. Im Gegenzug bieten viele Akteure Hilfe an. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Dokumenten, die Hinweise für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung geben. Doch die Arbeiten unterscheiden sich enorm. So verschieden die Autoren, wie Stiftungen, Arbeitsgruppen oder Universitäten, so unterschiedlich sind auch die Schwerpunkte, Umfänge und Zielsetzungen der Texte. Auch der Bereich Online-Bürgerbeteiligung findet in den Leitfäden unterschiedlich viel Raum. Mal steht er im Fokus der Arbeiten, mal nimmt er eine nur untergeordnete Rolle ein.

politik.de hat sich daher für Sie umgesehen und gibt hier eine Übersicht über die besten Leitfäden und Studien zur Bürgerbeteiligung.

Leitfäden

Guidelines für gelingende ePartizipation Jugendlicher in Entscheidungsprozessen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene

Speziell an Jugendliche gerichtet, brachte IJAB, die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.2014 ein Leitfaden zu e-Partizipation heraus. Darin wird auf die spezifischen Ansprüche für e-Partizipationsprojekte mit Jugendlichen eingegangen und aufgezeigt, welche Projektphasen erfolgreiche e-Partizipation benötigt. 

Autor/Herausgeber: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. 

Link zum Leitfaden

 

Praxisbuch Partizipation - Gemeinsam die Stadt entwickeln

Wiener Leitfaden zur erfolgreichen Beteiligung von BürgerInnen speziell für den Bereich der Stadtentwicklung. Dieses Praxisbuch unterstützt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener Magistrats, die in der Stadtentwicklung oder verwandten Bereichen wie der Gestaltung des öffentlichen Raums arbeiten und die bei Programmen, Planungen und Projekten die Öffentlichkeit beteiligen wollen. Mit dem Praxisbuch können Beteiligungsprozesse professionell vorbereitet und durchgeführt werden.

Autor/Herausgeber: Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung

Link zum Praxisbuch

 

Netzwerk Bürgerbeteiligung - „Qualitätskriterien Bürgerbeteiligung“ im Netzwerk Bürgerbeteiligung"

Die 7-seitige Übersicht des Netzwerkes Bürgerbeteiligung eignet sich für einen schnellen Einstieg in das Thema Bürgerbeteiligung. Ein Anforderungskatalog mit Qualitätsstandards für gute Bürgerbeteiligung bietet einen sehr strukturierten Überblick für Neulinge.

Autor/Herausgeber: Netzwerk Bürgerbeteiligung.

Link zu den Qualitätskriterien

 

Bertelsmann Stiftung – „Leitfaden Online Konsultation“

Bereits im Jahre 2010 stellte die Bertelsmann Stiftung Überlegungen zur Bürgerbeteiligung im Internet an. Gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und der Freien und Hansestadt Hamburg entstand so ein Leitfaden für Online-Konsultationen. Gerichtet an Entscheider aus Politik und Verwaltung sowie an Mitarbeiter, zeigt das Dokument anhand zwölf Praxisbeispielen, wie erfolgreiche Online-Bürgerbeteiligung durchgeführt werden kann.

Autor/Herausgeber: Alexander Koop (Bertelsmann Stiftung)

Link zum Leitfaden

 

Stadt Heidelberg – „Leitlinien für mitgestaltende Bürgerbeteiligung in der Stadt Heidelberg“

Auch in Heidelberg hat sich ein Arbeitskreis mit den notwendigen Grundlagen für Bürgerbeteiligungsverfahren beschäftigt. Im Juli 2012 entstanden daraus die „Leitlinien für mitgestaltende Bürgerbeteiligung in der Stadt Heidelberg“. Das Dokument gibt Hinweise für den gesamten Planungsprozess, angefangen bei der grundlegenden Konzeption eines Beteiligungsvorhabens, über die transparente Kommunikation während des Prozesses bis hin zur anschließenden Verwendung der Ergebnisse.

Autor/Herausgeber: Stadt Heidelberg, Amt für Stadtentwicklung und Statistik

Link zu den Leitlinien

 

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung – „Handbuch für eine gute Bürgerbeteiligung“

Das Handbuch des BMVBS (mittlerweile BMVI) konzentriert sich stärker auf Vorhaben im Verkehrssektor und umfangreiche Infrastrukturprojekte. Aber auch für alle anderen formellen und informellen Beteiligungsverfahren bietet das 131-Seiten starke Handbuch viele nützliche Hinweise. So liefert es eine Übersicht aller entscheidenden Begrifflichkeiten eines formellen Beteiligungsverfahrens und eine Auflistung der Erfolgsfaktoren guter Beteiligung mit Offline- und Online-Komponenten.

Autor/Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Link zum Handbuch

 

Führungsakademie Baden-Württemberg – „Leitfaden für Bürgerbeteiligung in der Landesverwaltung“

In ihrem Leitfaden für die Bürgerbeteiligung beschränkt sich die Führungsakademie Baden-Württemberg auf Tipps und Hinweise für informelle Verfahren; direktdemokratische Prozesse oder formelle Beteiligungsverfahren werden nicht behandelt. Für alle informellen Verfahren sind in dem 70-seitigen Dokument jedoch eine Vielzahl von Hinweisen und Anleitungen zu finden. – Angefangen von den Voraussetzungen für Bürgerbeteiligung bis hin zu Erläuterungen für einen notwendigen Evaluationsprozess.

Autor/Herausgeber: Führungsakademie Baden-Württemberg, 20. Führungslehrgang 2012/2013

Link zum Leitfaden

Studien

MATERNA GmbH & Hochschule Harz – „E-Partizipation in der Öffentlichen Verwaltung“

Das Dokument der MATERNA GmbH und der Hochschule Harz unterscheidet sich stark von den anderen Texten in dieser Auflistung. Der 52-seitige Text ist als Basis eine Studie, die erst im letzten Abschnitt Handlungsempfehlungen gibt. Außerdem beschränkt sich das Dokument auf die E-Partizipation. Doch die Daten der rund 500 befragten Behörden ergeben eine solide und aufschlussreiche Datengrundlage. So werden auf den letzten Seiten sieben Erfolgsfaktoren identifiziert, aus denen dann fünf Handlungsempfehlungen erwachsen.

Autor/Herausgeber: MATERNA GmbH, Hochschule Harz (FH)

Link zur Studie

 

Innovationsstiftung bayerische Kommune – „Web 2.0 in bayerischen Kommunen“

Die umfangreiche Studie der Innovationsstiftung ist natürlich nicht ausschließlich für Leser aus den bayerischen Kommunen interessant. Denn die Autoren stellen nicht nur die Erfahrungen und Ergebnisse von knapp 500 bayerischen Kommunen vor, sondern entwickeln daraus auch 13 Handlungsansätze. Diese reichen von „Vision & Nachhaltigkeit“ bis zu „Monitoring und Controlling“. Diese knapp gefassten Hinweise sind daher auch über die Grenzen des Freistaates hinaus nutzbar.

Autor/Herausgeber: Deutsches Telekom Institute for Connected Cities – TICC unter der Leitung von Christian P. Geiger und Professor Jörn von Lucke.

Link zur Studie

 

Diese Liste ist nur einer erster Orientierungspunkt gedacht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie noch weitere Leitfäden kennen, tragen Sie sie doch hier in den Kommentarbereich ein. Wir freuen uns auf Ihre Ergänzungen.

(Aktualisierierte Fassung vom 06.01.2015)

 

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