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von Redaktion (politik.de)
02.09.2010

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"Nicht so einen stockfinsteren Glauben"

Der Fernsehpfarrer Burkhard Müller im Interview

Die Deutung des Kreuzestodes durch konvervative Christen ist für Müller zoom Die Deutung des Kreuzestodes durch konvervative Christen ist für Müller "pervers".
Quelle: Rainer Ebert
von Till-Reimer Stoldt (Welt Online)
25.07.2010

Herr Müller, theologischen Konservativen gelten Sie als eine einzige Zumutung. Haben Sie Verständnis dafür?

Burkhard Müller: Ein Stück weit schon. Aus deren Sicht greife ich das Zentrum ihres Glaubens an. Unter theologischen Konservativen ist ein schauriger Blutopfer-Glaube in zwei Varianten verbreitet. Manche sagen, Gott selbst habe seinen Sohn Jesus opfern müssen, um den Menschen ihre Schuld vergeben und seinen Zorn überwinden zu können. Andere argumentieren, nicht Gott habe dieses Blutopfer gebraucht, sondern der Mensch, um mit Gott versöhnt zu werden. Beiden Positionen gemein ist die Annahme, es habe Blut fließen müssen, damit Gott und Mensch eine Beziehung führen können. Diesen Irrglauben halte ich für unbiblisch und unzumutbar.

Immerhin gibt es Menschen wie Mutter Teresa, die mit diesem Glauben zu gewaltigen Leistungen fähig waren oder noch sind.

Müller: Das will ich ja gar nicht bestreiten. Nur fürchte ich, dass beeindruckende Menschen wie Mutter Teresa eher die Ausnahme darstellen. Das Gottesbild der Sühneopfertheologen ist grausam. Es proklamiert einen extrem zornigen Gott, der seinen eigenen Sohn sterben sehen muss, um seine Empörung zu besänftigen. Wenn aber der eigene Gott so grausam ist, dann steigt auch die Gefahr, dass man selbst Gewalt ausübt und zum Krieger im Namen des Herrn, zum Kreuzritter wird.

Solche Exzesse sind sehr selten.

Müller: Stimmt, häufiger konnte man bis vor einigen Jahrzehnten eine andere Folge des Sühneopferglaubens beobachten: seelische Gewalt. Denn wenn wir wirklich so schuldig sind, dass Gott deswegen seinen Sohn kreuzigen lassen musste, müssen wir auch mit einem Bewusstsein unserer Schuld gegenüber Gott herumlaufen. Und so wurde und so wird Menschen mancherorts noch immer Schuldgefühl mit der Brechstange vermittelt.

Ein Beispiel?

Müller: Ich selbst habe mich als Konfirmand noch regelmäßig im Gebet als „armen, elenden, sündigen Menschen“, der sich gegen Gott auflehne, bezeichnen müssen, obwohl ich mir gar keiner Schuld bewusst war. In dieser düsteren, verklemmten Atmosphäre habe ich mehrfach erlebt, dass einer von uns pubertierenden Konfirmanden die Oblate beim Abendmahl wieder erbrochen hat, weil insgeheim alles in uns gegen diese erzwungene Selbstverdammung rebellierte. Wirklich pervers wird es aber, wenn man Vertretern der Sühneopfertheologie erwidert, man sei nicht schuldig und lehne sich auch nicht gegen Gott auf, weil man ihn ja gar nicht gefunden habe, sondern suche.

Klingt einleuchtend ...

Müller: … ist aber für so manchen Sühnetheologen die schlimmste aller Sünden! Die erklären wirklich jeden für sündig. Wer als suchender Mensch Gottes Existenz nicht bejahen kann, ist im Sinne des Sühneopferglaubens sogar besonders sündig. Seine Auflehnung reicht ja so weit, Gott nicht mal anzuerkennen.

Nicht nur Evangelikale und Lutheraner kritisieren, Sie respektierten die Autorität der Bibel nicht, dort finde sich nun mal der Gedanke des Sühneopfers.

Müller: Das bestreite ich. Fast alle relevanten Bibelstellen lassen sich anders verstehen. Dann werden sie sogar einleuchtender. Aber eins stimmt: Vom kindlichen Glauben an die buchstäbliche Autorität der Bibel rate ich ab. Nur wenn die biblischen Geschichten und Formulierungen poetisch verstanden werden, können sie dem Zeitgenossen noch etwas sagen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Veranschaulichen Sie das mal. Im Neuen Testament heißt es zum Beispiel, Jesus sei als „Lösegeld“ hingegeben worden. Wie deuten Sie das?

Müller: Wörtlich verstanden ergibt das Unsinn. Dann hätte Gott ja mit der Kreuzesqual Jesu den Teufel bezahlt, damit er zumindest von den Gläubigen seine Finger lasse. Poetisch verstanden bedeutet „Lösegeld“ dagegen, dass Jesus eine befreiende Botschaft gebracht hat: Vertrauen auf den liebenden Gott anstelle von Angst vor dem göttlichen Zuchtmeister und Nächstenliebe anstelle von Gesetzlichkeit.

Viele Ihrer Thesen werden von fast allen theologischen Erfolgsautoren der letzten Jahrzehnte geteilt – von Anselm Grün bis Jörg Zink. Warum haben ausgerechnet Sie jetzt solch einen Proteststurm entfacht?

Müller: Gute Frage, vielleicht weil die theologisch Konservativen heute besser organisiert sind und viel mehr öffentlichen Druck ausüben können als noch in den 90er-Jahren. Gelegentlich sucht man sich dann mal einen unliebsamen Geist zu Demonstrationszwecken aus.

Und welcher Strömung gehört Ihrer Meinung nach die Zukunft?

Müller: In Europa sehe ich das liberale Christentum als weitaus zukunftsträchtiger an. Infolge eines sehr tief gehenden Demokratisierungsprozesses glauben die meisten Zeitgenossen nur noch, was ihnen selbst verständlich und erfahrbar ist. Da haben Sühneopfer und Buchstabenglaube kaum Chancen.

Wenn aber nur noch geglaubt werde, was sich begreifen und erfahren lasse, sei Gott bald mausetot und damit die christliche Substanz ausgelöscht, argumentieren Ihre Kritiker.

Müller: Das sehe ich genau umgekehrt. Wer nach 200 Jahren aufgeklärten Christentums immer noch behauptet, man müsse die Bibel wörtlich nehmen und Gott habe Jesus mit dem Foltermord am Kreuz für unsere Sünden büßen lassen, um kurz darauf seine Leiche wieder zu beleben, der verdeckt die zeitlose Substanz des Glaubens.

Welche da wäre?

Müller: Die Auferstehung ist ein bildlicher Ausdruck für die Erfahrung der Jünger, dass mit dem Tod Jesu und mit unser aller Tod nicht alles vorbei ist, sondern dass der Schöpfer dieser Welt größer ist als der Tod und das Nichts. Darin besteht das Zentrum der christlichen Botschaft – nicht in der Fixierung auf einen schaurig-sinnlosen Mord am Kreuz, der uns angeblich erlöst.

Burkhard Müller schweigt plötzlich, als habe er keine Lust mehr auf so ernste Themen wie Kreuz, Leid und Sühnetod. Durch sein Wohnzimmerfenster schaut er auf ein wogendes Sommerfeld, auf ein paar lachende Fahrradfahrer daneben und den stahlblauen Himmel darüber. Dann zeigt er mit dem Arm in Richtung Fenster und setzt fort:

Meinen Sie, der Schöpfer dieser Welt brauche ein Blutopfer, um seinen Geschöpfen wohl zu wollen? Gott will doch Freude – und nicht so einen stockfinsteren Glauben.

Dann lassen Sie uns mal über etwas Vergnügliches reden.

Müller: Gute Idee. Wissen Sie, womit der ganze Streit anfing?

Mit Ihren Radioandachten 2009.

Müller: Ja, die habe ich gehalten, um aggressiven Neoatheisten wie Richard Dawkins eins auszuwischen. Der höhnt permanent, Christen glaubten tatsächlich noch an einen zornigen Zuchtmeister, der eine Art Schlachtopfer brauche, um wieder bessere Laune zu bekommen. Dem wollte ich beweisen, dass die Christen schon längst nicht mehr so einfältig sind, wie er behauptet. Witzig, nicht?


23.07.10, 18:17

Beitrag der Redaktion

Perverse Deutung des Kreuzestodes

Die Deutung von Jesus Kreuzestod durch konservative Christen ist für Burkhard Müller "pervers". Der umstrittene ARD-Pfarrer hält nichts vom "Blutopfer-Glauben".

Das gesamte Interview können Sie in unserem Thema des Tages lesen.

Für wie breitenwirksam halten Sie das "liberale Christentum", das Burkhard in Europa für zukunftsträchtig erachtet? Kann sich die Kirche von "Sühneopfer und Buchstabenglaube" lösen? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu.

23.07.10, 18:38

Zitat von Redaktion
Die Deutung von Jesus Kreuzestod durch konservative Christen ist für Burkhard Müller "pervers". Der umstrittene ARD-Pfarrer hält nichts vom "Blutopfer-Glauben".

Das gesamte Interview können Sie in unserem Thema des Tages lesen.

Für wie breitenwirksam halten Sie das "liberale Christentum", das Burkhard in Europa für zukunftsträchtig erachtet? Kann sich die Kirche von "Sühneopfer und Buchstabenglaube" lösen? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu.
Burkhard hat Recht.

Die Kirche wird sich nicht lösen. Jeder der der Kirche widerspricht gilt als Irrlehrer und oder als Teufelsanbieter.

Wenn die Kirche dem Burkhard zuhört und so tut, dann kann Christentum Zukunft haben, sonst werden sehr sehr viele zum Islam übergehen ...

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Ich bin seit dem 27.04.2009 Missionar.
Du fragst, ich antworte Dir.

Texte welche Menschen einen Menschen in Mund werfen schaden dem Leben nicht. Dem Leben schaden die Texte dann, wenn der Mensch diese Texte verwendet und so das Sinn für Leben verliert.

Schenke Lügner kein Vertrauen.


23.07.10, 19:04

Nicht nur Evangelikale und Lutheraner kritisieren, Sie respektierten die Autorität der Bibel nicht, dort finde sich nun mal der Gedanke des Sühneopfers.
Bis zu dieser Frage der Redaktion hat dieser Müller eigentlich korrekt argumentiert, ab dann aber wird es krude und der gute Mann scheint sein Gehirn vollkommen ausgeschalten zu haben. Ich kann mir es nur dadurch erklären, dass er die brutale Unlogik des christlichen Glaubens erkannt, aber anstatt den konsequenten und folgerichtigen Schritt tun und davon abzulassen, er wohl ohne den Glauben nicht auskommt und sich deswegen alles schön interpretieren muss.

Das ist primitivstes und vor allem unredliches Weichspülerchristentum.

Science flies you to the moon, Religion flies you into buildings!

Humanistischer Pressedienst
-->Buskampagne!

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23.07.10, 19:08

Zitat von Thasemius
Bis zu dieser Frage der Redaktion hat dieser Müller eigentlich korrekt argumentiert, ab dann aber wird es krude und der gute Mann scheint sein Gehirn vollkommen ausgeschalten zu haben. Ich kann mir es nur dadurch erklären, dass er die brutale Unlogik des christlichen Glaubens erkannt, aber anstatt den konsequenten und folgerichtigen Schritt tun und davon abzulassen, er wohl ohne den Glauben nicht auskommt und sich deswegen alles schön interpretieren muss.

Das ist primitivstes und vor allem unredliches Weichspülerchristentum.
Scheinbar hat er Atheismus stark getroffen dass Du so traurig reagierst?
Der Mann wird Eure Welt außerkraft setzen, wenn er sich durchsetzt ...

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Ich bin seit dem 27.04.2009 Missionar.
Du fragst, ich antworte Dir.

Texte welche Menschen einen Menschen in Mund werfen schaden dem Leben nicht. Dem Leben schaden die Texte dann, wenn der Mensch diese Texte verwendet und so das Sinn für Leben verliert.

Schenke Lügner kein Vertrauen.


23.07.10, 21:26

Müller irrt.
Nur eine bildlich ausgeschmückte Lehre und Predigt über die Kreuzigung und alle diese Kruzifixe entfalten kaum eine Kraft, das steht fest. Jedoch sind die Werte hinter diesen unumstößlich und unvergänglich.
Müller versteht das Stellvertretenden Sühneopfer Jesu nicht.
Zitat von Müller
Wörtlich verstanden ergibt das Unsinn. Dann hätte Gott ja mit der Kreuzesqual Jesu den Teufel bezahlt, damit er zumindest von den Gläubigen seine Finger lasse
Gott hat weder an den Teufel noch an den Tod etwas bezahlt. Im Fokus steht die absolute Gerechtigkeit und darum das am Ende dieser Welt der Böse für Ewigkeit gerichtet werden wird. Wenn an Satan Gerechtigkeit vollzogen werden soll, wie könnten wir, die wir uns vom Satan verführen lassen verschont bleiben?
Gottes liebe ist es das er seinen Sohn auf die Welt sendet, als Mensch unter Menschen und als einer von uns stellvertretend der Rechtsforderung Satans zugeführt wird, denn so wie bei Hiob ist Satan ständig dabei uns Menschen zu diskreditieren und bei Gott anzuklagen.
Doch mit dem Gericht an Jesus hat der Böse (er ist es der böses in den Menschen wirkt) sich selber ein Urteil bereitet.
Bist zur völligen Offenbarung dieses Urteils haben alle die im Glauben das Stellvertretende Opfer Jesu für sich in Anspruch nehmen Heil und Frieden für Geist Seele und Leibt.
Dieses in Anspruch zu nehmen ist nichts anderes als das "... aber nicht wie ich will sondern wie Du es willst" Jesu selbst zu leben.

*******

.


23.07.10, 21:49

es würde mich doch sehr interessieren, ob diese tolle Redaktion auch den Arsch in der Hose hat, etwas ähnliches über den grossen Propheten Mohammed hier zur Diskussion zu stellen ...

Ich glaube ... eher nicht ......

Ayatollah Khomeini, "Der Endsieg wird kommen, wenn unser ganzes Land den Islam angenommen hat ! Doch darüber hinaus muss noch ein anderer Sieg errungen werden: Der internationale Sieg des Islam und die Errichtung seines Reiches über die ganze Welt."



Gott schütze uns vor dem Islam

ICH BIN ALLAH


23.07.10, 22:17

Zitat von capejazz
es würde mich doch sehr interessieren, ob diese tolle Redaktion auch den Arsch in der Hose hat, etwas ähnliches über den grossen Propheten Mohammed hier zur Diskussion zu stellen ...

Ich glaube ... eher nicht ......
Das habe ich mich auch gefragt.

Und das ist auch mein letzter Beitrag in diesem Thread.

Le coeur a ses raisons que la raison ne connaît point.

Dat schönste Dinkmaal,dat'n Minsch kriegen kann,steiht in de Harten vun sien Mitminschen. (Heidi Kabel) Du hest us jümmer so veel Spoß mokt! Danke, Heidi! Nu slop good meen Hamburger Deern !


24.07.10, 03:22

Hinter diesen ketzerischen Thesen steht lediglich der Wille, die Sünde abzuschaffen und das Konzept abzuschaffen, dass jeder Mensch sündig ist und gesühnt werden muss. Wie sollte ein Mensch ohne die Reinwaschung durch Gottes Blut in das Allerheiligste Gottes, in das Paradies, kommen, wo nichts Unheiliges hineinkann? Niemand kommt in den Himmel, ohne von seiner Schuld reingewaschen worden zu sein.

Barry Goldwater states in his book, "With No Apologies", on page 231:
"Does it not seem strange to you that these men just happened to be CFR and just happened to be on the Board of Governors of the Federal Reserve, that absolutely controls the money and interest rates of this great country without benefit of Congress? A privately owned organization, the Federal Reserve, which has absolutely nothing to do with the United States of America!"


24.07.10, 08:47

Opferlamm: Schuld und Sühne — Der Freitag

na, damit steht Müller nun nicht grad allein:



Seit einigen Jahren verlangt der protestantische Theologe Klaus-Peter Jörns „notwendige Abschiede“ von alten Vorstellungen, insbesondere der, Jesus sei am Kreuz für die Sünden der Menschheit gestorben, wie das der Apostel Paulus interpretiert hat. Der Schweizer katholische Theologe Othmar Keel kritisiert ebenfalls das Verständnis des Todes Jesu als „Sühneopfer, das der Vater seiner eigenen beleidigten Majestät darbringt, um sie mit der Menschheit wieder zu versöhnen“. Was lange nur ein innertheologischer Disput war, hat mittlerweile die Kirchen erreicht. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, sagte jüngst, Gott brauche kein Sühneopfer, „denn es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden“ (Evangelischer Pressedienst vom 23. März 2009).

24.07.10, 11:30

Zitat von Redaktion
Für wie breitenwirksam halten Sie das "liberale Christentum", das Burkhard in Europa für zukunftsträchtig erachtet? Kann sich die Kirche von "Sühneopfer und Buchstabenglaube" lösen? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu
In Deutschland sind die Kirchen zu bequem und die Gläubigen zu sensibel, um mit den harten Seiten des Christentums konfrontiert zu sein. Vielen Priestern ist der Kreuztod Jesus weniger wichtig, als viele es glauben wollen.

Aussage des Exorzisten Pater Gabriele Amorth zu den Missbrauchsfällen in der Kirche:
"Er bekämpft die Kirche über die Männer der Kirche"
(Der Teufel ist schuld)

Gegen den Goldwahn

Rationales gegen esoterisches


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