Machen Sie mit!
24.07.2007
- Was machen eigentlich Initiativen?
- Zivilgesellschaft und Bürgerengagement
- Internet und Informationsgesellschaft
- Medien und Gegenöffentlichkeit
- Reformstau und Bundesregierung
- Lebenswissenschaften und Umwelt
Was machen eigentlich Initiativen?
Bürgerinitiativen, Neue soziale Bewegungen und Protestgruppen spielen eine wichtige Rolle im politischen Leben. Die etablierten Parteien übersehen mitunter wichtige Themen, die einigen Bürgern am Herzen liegen. Auch Zeitung, Radio und Fernsehen sind nicht immer in der Lage, alle relevanten Themen aufzugreifen. Um diesen Mangel in der gesellschaftlichen Willensbildung auszugleichen, bilden sich Bürgerinitiativen und Protestgruppen, die vernachlässigte Probleme ansprechen.
Das Internet ist für diese Gruppen ein unverzichtbares Instrument geworden, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen und ihre Themen auf die politische Tagesordnung zu bringen. Die zunehmende Bedeutung von Netzkampagnen unterstreicht dies.
Allerdings werden viele dieser Projekte im "Informationsdschungel Internet" (Miriam Meckel) schlicht übersehen. Damit Sie die wichtigsten Initiativen trotzdem finden, verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die zahlreichen Initiativen in Deutschland. In unserer Linkliste finden Sie zahlreiche Verweise zu aktuellen Initiativen. Außerdem stellen wir Ihnen hier einige bemerkenswerte Projekte näher vor.
Zivilgesellschaft und Bürgerengagement
Als Servicestelle für Engagement jenseits von Parteien und großen Verbänden sieht sich die Stiftung Mitarbeit. Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen finden hier Informationen, Beratung, Veranstaltungen und eine kleine finanzielle Starthilfe. Außerdem unterhält die Stiftung ein überaus empfehlenswertes Portal zum Themenfeld Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung, und zwar den Wegweiser Bürgergesellschaft.
Der Verein zur Förderung politischen Handelnskonzentriert sich auf eine besonders wichtige Zielgruppe. Er spricht Jugendliche und junge Erwachsene an und möchte Jüngere durch Seminare zu sozialem und politischem Engagement motivieren. Mehr Bürgerbeteiligung für alle Gruppen fordert der Verein Mehr Demokratie, der sich für stärkere direktdemokratische Elemente auf kommunaler und auf Landesebene einsetzt. Mehr Demokratie gibt auch Tipps, wie Bürgerbegehren und Initiaitiven durchgeführt werden können.
Internet und Informationsgesellschaft
Natürlich existieren auch diverse Initiativen, die sich mit dem Internet befassen. An erster Stelle ist die Initiative D21 zu nennen. Sie wird von zahlreichen namhaften Unternehmen getragen und setzt sich für den Übergang Deutschlands von der Industrie- zur Informationsgesellschaft ein. Die Initiative D21 bietet eine sehr gute Website mit allen relevanten Informationen zum Thema Internet und Gesellschaft an.
Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sorgt sich um die Informationsgesellschaft. Das BMBF hat die Initiative Informationsgesellschaft Deutschland ins Leben gerufen und informiert über die staatlichen Maßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen beim Weg in die so genannte Informationsgesellschaft.
Die zunehmende Flut unerwünschter Massen-E-Mails (Spam) thematisiert der Internetdienstleister Yahoo. Auf der Website der Anti-Spam-Initiative finden interessierte Nutzer unter anderem Tipps und wertvolle Informationen zu allen Fragen lästiger Werbemails. Außerdem wird hier der übelste Urheber unerwünschter Mails gewählt.
Medien und Gegenöffentlichkeit
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Initiative Nachrichtenöffentlichkeit. Eine Jury aus engagierten und erfahren Journalisten wählt jedes Jahr Themen und Meldungen, die in der deutschen Öffentlichkeit zu wenig beachtet werden. Im Jahr 2002 zählten dazu beispielsweise kriegerische Konflikte in Afrika oder der Missbrauch von Psychopharmaka in der Altenpflege.
Einen anderen Ansatz verfolgt indymedia. Dahinter verbirgt sich ein dezentrales Netzwerk von alternativen Medienmachern, Einzelpersonen und unabhängigen Gruppen, in dem jeder Teilnehmer das Recht hat, Nachrichten und Meldungen zu veröffentlichen. Auf diese Weise soll eine Art basisdemokratische Gegenöffentlichkeit entstehen. Kritiker bemängeln die fehlende Qualitätskontrolle der dort veröffentlichten Inhalte.
Reformstau und Bundesregierung
Zahlreiche Initiativen fordern eine stärkere Reformbereitschaft in Deutschland. Die bekannteste Aktion aus diesem Bereich dürfte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (NSM) sein. Dieses Projekt tragen der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zusammen mit anderen Wirtschaftsverbänden. Während NSM vor allem durch seine Medienkampagnen Aufmerksamkeit erzielt, organisiert die Initiative Samstagsdemonstrationen jeden Samstag eine Kundgebung vor dem Kanzleramt in Berlin, um für mehr Reformen in Deutschland zu werben.
Daneben existieren weitere Projekte, die sich ausschließlich gegen die Politik der rot-grünen Bundesregierung richten. Dazu zählen die Initiative Eigenverantwortung sowie die Aktion "Der Mittelstand wehrt sich". Sie fordern einen Wechsel der Wirtschafts- und Steuerpolitik.
Lebenswissenschaften und Umwelt
Sehr empfehlenswert ist ein Ethik-Projekt der Sozialorganisation Aktion Mensch unter dem Titel 1000 Fragen. Nutzer können hier Fragen zum Thema Bioethik aufwerfen und über die Antworten diskutieren. Experten-Chats zur Ethik der Lebenswissenschaften gehören ebenso zum Angebot wie sehr gut aufbereitete Hintergrundinformationen.
Auch im Umweltbereich existieren verschiedene Projekte. So möchte die Initiative EnergieEffizienz ein stärkeres Bewusstsein für die Möglichkeiten des Energiesparens schaffen. Umweltschutzziele verfolgt die Initiative Pro Recyclingpapier ebenso. Sie informiert über die Potentiale der Papierverwertung, um die zunehmende Abholzung zu verlangsamen.








