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Medien und Gesellschaft

WissensWerte: Islamismus

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Islamismus zu einem der wichtigsten internationalen Problemfelder geworden. Aber sind Islamisten immer auch Terroristen?

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Top Diskussionen

08.05.00, 18:52 # 1 (permalink)

Wann immer man in den Medien einen Politiker reden hört, bedient er ( oder um Politisch korrekt zu sein SIE ) sich bei jeder nur möglichen Gelegenheit der Endung " innen".
Genossinnen und Genossen, Bürgerinnen und Bürger oder ( das unvergessliche ) Mitgliederinnen und Mitglieder. Selbst wenig sprachkundige, ursprünglich wahrscheinlich ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger beteiligen sich mittlerweile wie selbstverständlich an diesem unnützen Sprachterror. Typisch Deutsch eben, alles wird bis zum Exzess vorangetrieben. Wozu soll das Gut sein? Wenn dadurch die ( normalerweise selbstverständliche ) Einbeziehung der Damenwelt artikuliert werden soll, zeigt das meiner Meinung nach nur, das genau das eben für die meisten solcher Phrasendrescher nicht Normal oder Selbstverständlich ist. Sollte das in diesem Tempo weitergehen, steht eine neue Rechtschreibreform ins Haus : die Endung Innen nach jedem nur erdenklichen Wort.
Bis dann, liebe BeitragserstellerInnen

08.05.00, 21:47 # 2 (permalink)

Immer noch besser als der Quatsch mit dem großen "I", den die Emanzen Ende der 80er durchsetzen wollten.

Der Ersetzung der "Amtsmännin" durch die Amtsfrau stehe ich durchaus wohlwollend gegenüber.

Mfg Gerald

08.05.00, 23:18 # 3 (permalink)

Macht euch doch nichts aus dem Ganzen. Für mich ist es zwar auch klar, das in "Mitglieder" die weibliche Form miteinbezogen ist. Aber die Damenwelt war ja früher immer in die "zweite Klasse" verbannt. Ein paar Wortänderungen wird unsere männliche Kultur doch nicht schädigen.
Früher hab ich auch von "Negern" gesprochen, bis einige fanatische "Antirassisten" mich als Rassist bezeichneten, obwohl ich es niemals so meinte. Ich hab mich daran gewöhnt und spreche heute nur noch von "Schwarzen". Das wir doch in deinem Beispiel auch ähnlich gehen. Wenn einige "emanzipiertere" Frauen darauf bestehen, gebt ihnen doch die Freude, auch die weibliche Form von "Mitglieder" usw. zu benutzen. Es bringt doch nicht wegen so etwas Streit anzufangen.

08.05.00, 23:58 # 4 (permalink)

Ich finde das nicht so schlimm. Wer einmal eine Zeitschrift gelesen hat, in der "mensch" durchgehend von "Innen" gesprochen hat, wird festgestellt haben, dass man schon nach kurzer Zeit nicht mehr darüber stolpert. Ich benutze diese Form zwar selber nicht, finde sie aber ganz OK.
Ich finde es übrigens eher typisch Deutsch, sich über solche Kinkerlitzchen aufzuregen. Auch der kollektive Aufschreib bei der Rechtschreibreform ist ein Zeichen dafür. Irgendwie sind die Menschen in diesem Land teilweise durchaus bitter.

09.05.00, 11:13 # 5 (permalink)

Wie weit ist das mit der Sprachpolizei schon gekommen. Das "Innen" am Ende ist ja noch harmlos. Es gibt schon eine "politisch korrekte" Bibel. Da wird nicht mehr von den Mächten der Finsternis gesprochen, es könnten sich ja "Schwarze" angesprochen fühlen. "Der" Gott ist auch abgeändert, wer weiß, ob Gott nicht weiblich ist etc.
Ich weiß nicht, was an "*****" rassistisch sein soll. "Schwarzer" trifft ja gar nicht zu, die meisten sind braun. Und bei "Farbige" muß ich immer an Smarties denken.
Wenn also die Sprachpolizei (wie bei Orwell) zuschlägt, sollt sie wenigstens Namen wählen, die die betroffenen Menschen nicht lächerlich machen!

Ich reagiere jedenfalls auf Sprachverbote allergisch - sei es bei dem Zwang, gewisse Vokabeln zu benutzen, sei es beim Ansprechen unliebsamer Themen. Haben wir eine Demokratie oder eine politisch korrekte Linksdiktatur?

09.05.00, 18:51 # 6 (permalink)

Zum Glück gibt es zu dem Wort "Mitglieder" weder eine weibliche noch eine männliche Form, das Mitglied oder das Kind kann deshalb normalerweise nicht mit der Endung "Innen" belegt werden. ( Einige Grünen-Politikerinnen schaffen es trotzdem ). Und das "Aufregen über solche Kinkerlitzchen" halte ich dennoch für wichtig, denn wie wir aus unserer leidvollen Geschichte wissen, kann Sprache alles bewirken. Die bereits angesprochene "Political Correctness", die fast alle Politiker in ihren meist schwammigen und nichtssagenden Reden perfekt beherrschen ist letztlich die Auswirkung solcherlei Sprschverfalls.
So spricht z.B jeder vom Rechtspopulisten J.Haider ( stimme zu ); aber Linkspopulist Gysi ? Wie kann ich nur...


12.05.00, 00:38 # 7 (permalink)

Zu LeFreaque: Warum eigentlich überall und nicht nirgendwo? Wenn ich von "Bürgern" oder "dem Bürger" rede, sind selbstverständlich ALLE gemeint. Warum also die extra - Betonung der Damenwelt?
Zu Gerald: Ganz meine Meinung.

12.05.00, 01:30 # 8 (permalink)

Das Einzige, was mich daran stört, ist die Beliebigkeit, mit der die "weiblichen Endungen" eingesetzt werden - nämlich nur da, wo es den Befürwortern und -innen gerade passt. Oder hat irgendjemand schonmal aus deren Mündern Sachen wie "FaschistInnen (bzw. Faschisten und Faschistinnen) sind Schweine" oder "Politiker und Politikerinnen sind korrupt" gehört? Eher nicht. Es wird halt nur da verwandt, wo es gerade genehm ist. Ich habe ja gar nichts gegen neue, feministischere Sprachregelungen, aber dann bitte aber überall.

12.05.00, 01:42 # 9 (permalink)

Bis auf wenige Ausnahmen wie "Princess" oder "Actress" kommt die englische Sprache ganz ohne weibliche Endungen aus. Dort ist auch eine Lehrerin ein "Teacher" und nicht eine "Teacheress" und eine Sängerin ist ein "Singer" und nicht eine "Singeress". darüber regen sich anscheinend noch nicht mal die amerikanischen Emanzen auf.

Mfg Gerald

13.05.00, 00:51 # 10 (permalink)

@roland: sehe ich genauso. Was ich meinte, war, daß ich mich mit solchen Regelungen abfinden könnte, wenn`s denn dem friedlichen Zusammenleben und der Konzentration auf wichtigere (auch für Feministinnen) Themen dient. Das heißt noch lange nicht, daß ich dafür bin (bin ich nämlich nicht). Im Englischen ist das schon ganz prima geregelt.


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