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Medien und Gesellschaft

WissensWerte: Islamismus

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Islamismus zu einem der wichtigsten internationalen Problemfelder geworden. Aber sind Islamisten immer auch Terroristen?

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07.03.10, 15:19 # 1 (permalink)

John Zerzan, fundamentalistischer US-Kulturkritiker und "Primitivist"

Früher hatte hier im Forum die apologetisch, heilsbetonend verkündete End-Erlösung durch Neoliberale Marktkonzepte einen breiten Raum in ihrer Vertretung durch Adepten eingenommen.

Inzwischen halte ich es für wichtig auch im Rahmen der aktuellen Dauerkrise der Gesellschaft, etwa "radikale" Gegner einer von uns gelebten und immer noch zu unkritisch akzeptierten und zu wenig hinterfragten Kultur- und Zivilisationsform "vorzustellen".

Übrigens: erweiterte Sprachkenntnisse in Englisch sind zum Verständnis der Inhalte hier (links) eher hilfreich!


John Zerzan ist ein radikaler Zivilisationskritiker, der sogar (oh Schreck!) Sachbeschädigung gut heißt, wenn diese u.a. Ausdruck eines fundamentalen Unwohlseins von Individuuen in der Gesellschaft sind. Er ist der angebliche "Kopf" hinter den Unruhen von Seattle z.B. Ansatz und Idee eines begründeten Widerstand gegen eine Gesellschaft, die wiederum Menschen nur sieht als Ausführende von Ideen, die nur andere, ihnen fremde (ähnlich wie im Konzept der angeblich liberalen Demokratie, ..) für sie ausgesponnen haben können.


Zerzan ist kaum oder nur sehr verdeckt ins Deutsche übersetzt worden und weitere dutschsprachige Texte sind über ihn, anders als etwa über den US Kritiker Noam Chomsky, sehr selten im Netz oder andereswo zu finden.
Chomsky beschimpft Zerzan übrigens als den: "Genocidisten"!?

"Im Diskurs der amerikanischen Anarchisten steht Zerzan für eine radikale Abkehr von der Linken. Er schrieb gegen die letzten Idealisten eines traditionellen Anarchismus an, der sich in den Texten von Murray Bookchin und Bob Black längst in ermüdenden Ideologiescharmützeln auszehrte. Zerzan steht aber auch in der Tradition der radikalen Ökobewegung des pazifischen Nordwestens. Vom zivilen Widerstand der Ruckus Society und der Organisation Earth First bis zur gezielten Sabotage der Earth Liberation Front wurde diese Bewegung zunehmend ausgegrenzt und vom FBI inzwischen zur terroristischen Bewegung mit dem Gefährlichkeitsgrad der al-Qaida erklärt. "Eco-Terrorism" lautet der offizielle Begriff für all jene, die Luxuswagen abfackeln und Holzfäller sabotieren."

Zerzan ist ein fundamental Kritiker, der auch nicht davor zurückschreckt, dieser entfremdenden Zivilisation den Rücken zu kehren und für eine Rückkehr in die, zu Unrecht verschmähte, Steinzeit einzutrteten bereit ist.

Wild wie Winnetou - Der Öko-Terrorismus - Kultur - sueddeutsche.de

Hossli.com «Zerstörung ist ein Anfang»

Zerzan im Interview:

"Frage: Anarchie scheint als Gesellschaftsform illusorisch. Statt dessen formieren sich einflussreiche Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), die der WTO oder der Weltbank auf die Finger gucken.
Zerzan: Da irren Sie sich. Zum ersten Mal seit den Sechziger Jahren gedeiht wieder eine radikale, schlagkräftige Widerstandsbewegung, auf lokaler und globaler Ebene. Sie ist komplett anarchistisch. Die Linke, die den Staat noch immer stärken will, hat ausgedient. Vermehrt verbreitet sich die Überzeugung, es reiche nicht mehr, die staatlichen Institutionen und Konsumkonglomerate humaner zu machen. Man muss sie loswerden. Nur so überwinden wir die ökologisch-menschliche Krise und schaffen die friedfertige Gesellschaft."

---------- Zerzan hat eine klare Vorstellung von einer anderen Gesellschaft und einer Lebensform zu der wir zurückkheren sollten, zurück zu mehr Freiheit und weniger Unterdrückung. Er ist der Mann, von dem in Deutschland, obwohl er seit 1995 mehrere Bücher geschrieben hat, noch keines übersetzt worden ist. Es ist eventuell zu gefährlich für Deutschland oder ist er der Mann auf den die Kritiker einer ansonsten gemäßigten harmlosen Sozialkritik nur gewartet haben?
Zerzan polarisiert und denkt weiter!

Filmlinks:

YouTube - Surplus oder Konsumterror 1/5 (german/deutsch)

YouTube - Dead Society - Part One

allgemein zum Thema:

YouTube - Civilization!

+++

"und der der Meister sprach: wenn ihr aber klatscht mit beiden Händen, dann hört auf das Klatschen der einen Hand."


08.04.10, 01:24 # 2 (permalink)

Hi

ich will nur mal auf den folgenden Abschnitt eingehen, Zerzan sagt unter anderem
Wir wollen dezentralisierte Lebensformen, wo sich die Menschen wieder in die Augen schauen können und individuelle Räume finden. Wir primitiven Anarchisten sehen die Arbeitsteilung und die Landwirtschaft als Grundübel. Bevor sich die Menschen vor rund 12000 Jahren vom Jäger-und-Sammler-Dasein lösten, lebten sie friedlich, hatten genügend Freizeit und unterdrückten die Frauen nicht. Der Pflug brachte den Zerfall.
Ich habe recht viel über Jäger und Sammler Kulturen gelesen, und diese Sichtweise muss man differenzieren. Es stimmt, dass sie mehr Freizeit haben als ackerbauende Völker, das ist zum Beispiel bei den Hadza (J/S Volk aus der Gruppe der Khoisan) belegt, die mehr freie Zeit haben als ihre (Bantu und nilotischen) Nachbarvölker, die Äcker bestellen oder Viehhirten sind. Die Sichtweise, dass Jäger und Sammler vollkommen friedlich leben (oder lebten) muss aber etwas kritisch hinterfragt werden.
- Bei vielen Steinzeit Skeletten wurden Schädelfrakturen gefunden, die auf Gewalteinwirkung hindeuten.
- Schaut man sich heutige Jäger- und Sammler Kulturen an (die es in Reinform nur noch sehr selten gibt), muss man auch andere Dinge feststellen: bei den Yanomam (Süd-Venezuela, Nord-Brasilien) sind blutige Auseinandersetzungen Alltag (wobei man auch feststellen muss, dass manche Kabbeleien eher Show sind, um die Frauen zu beeindrucken, und mich aus der Beschreibung heraus ein bisschen an die Kloppereien im gallischen Dorf bei Asterix und Obelix erinnern).
- Gewalt gegen Frauen gibt es auch bei den Yanomam (eine bekam mal von ihrem Mann eine Machete auf den Kopf gehauen, weil sie nicht gehorchte. Interessanterweise hat sie dieses Verhalten nicht einmal sonderlich aufgeregt.)
- Das Buch von Sabine Kügler, die bei den Fayu in West-Neuguinea aufwuchs, zeigt recht interessant, wie sich die Clans untereinander gewaltsam bekämpften (bis ihr Vater dem Treiben Einhalt gebot).

Ich muss allerdings einschränken, dass weder die Yanomam noch die Fayu reine Jäger und Sammler sind (wenngleich überwiegend schon noch). Die Yanomam bauen im geringen Umfang Pflanzen an, und es ist auch bekannt, dass manche Dörfer angegriffen wurden, weil sie von Weißen Macheten und andere Metallwaren bekamen (was den Neid der Nachbarn erregte).
Die Fayu betreiben in gewissem Umfang Zucht von Wildschweinen (in Neuguinea sehr verbreitet) und haben z.T. stationäre Dörfer.

Tendenziell stimmt es zwar, dass viele J/S Völker eher friedlich leben (bekannt ist das von manchen Pygmäen in Afrika, und auch von den Hadza), aber auch dort herrscht nicht immer Friede/Freude/Eierkuchen (und die obigen Beispiele weisen auch in eine andere Richtung).
Wenn Nahrungsquellen angegriffen werden (wenn z.B. indonesische Krokodiljäger unterwegs waren im Gebiet der Fayu) können auch solche J/S Völker ziemlich ungemütlich werden. Auch das Phänomen des "Frauenraubs" gibt es recht oft (was aber nicht immer in Gewalt endet).

Hierarchische Strukturen gibt es bei den Hadza nicht, sie haben keinen Häuptling, der anführt, aber einen erfahrenen Jäger, dessen Ratschlägen sie vertrauen. Der aber hat keinen "Posten", sondern hat seinen Respekt nur durch seine eigenen Taten und seine eigene Erfahrung verdient.

Also: tendenziell schon richtig, aber man sollte die Zeit vor der Entwicklung der Landwirtschaft auch nicht glorifizieren. Man kann zudem nicht einfach mal so ein paar Jahrtausende Kulturentwicklung in ein paar Jahren rückgängig machen. Zudem gibt es auch landwirtschaftlich geprägte Kulturen, die nicht patriarchalisch sind (wie z.B. die Minangkabau in West-Sumatra), und auch eher friedlich leben.

Die Realität ist zu komplex, als dass man sie mit ein paar halbwahren Schlagworten komplett
beschreiben könnte.

Olli

12.04.10, 11:37 # 3 (permalink)

Schlagworte?

Zitat von olli_m
Hi

ich will nur mal auf den folgenden Abschnitt eingehen, Zerzan sagt unter anderem


Ich habe recht viel über Jäger und Sammler Kulturen gelesen, und diese Sichtweise muss man differenzieren. Es stimmt, dass sie mehr Freizeit haben als ackerbauende Völker, das ist zum Beispiel bei den Hadza (J/S Volk aus der Gruppe der Khoisan) belegt, die mehr freie Zeit haben als ihre (Bantu und nilotischen) Nachbarvölker, die Äcker bestellen oder Viehhirten sind. Die Sichtweise, dass Jäger und Sammler vollkommen friedlich leben (oder lebten) muss aber etwas kritisch hinterfragt werden.
- Bei vielen Steinzeit Skeletten wurden Schädelfrakturen gefunden, die auf Gewalteinwirkung hindeuten.
- Schaut man sich heutige Jäger- und Sammler Kulturen an (die es in Reinform nur noch sehr selten gibt), muss man auch andere Dinge feststellen: bei den Yanomam (Süd-Venezuela, Nord-Brasilien) sind blutige Auseinandersetzungen Alltag (wobei man auch feststellen muss, dass manche Kabbeleien eher Show sind, um die Frauen zu beeindrucken, und mich aus der Beschreibung heraus ein bisschen an die Kloppereien im gallischen Dorf bei Asterix und Obelix erinnern).
- Gewalt gegen Frauen gibt es auch bei den Yanomam (eine bekam mal von ihrem Mann eine Machete auf den Kopf gehauen, weil sie nicht gehorchte. Interessanterweise hat sie dieses Verhalten nicht einmal sonderlich aufgeregt.)
- Das Buch von Sabine Kügler, die bei den Fayu in West-Neuguinea aufwuchs, zeigt recht interessant, wie sich die Clans untereinander gewaltsam bekämpften (bis ihr Vater dem Treiben Einhalt gebot).

(..)

Die Realität ist zu komplex, als dass man sie mit ein paar halbwahren Schlagworten komplett
beschreiben könnte.

Olli
Interessanter Ansatz und er zeugt von ungewohnter Reflexion in diesem Forum.
Respekt!

Nur ist Zerzan niemand der nur einseitige und simplifizierende "Schlagworte" in die Gegend streut, sondern er ist sogar "Wissenschaftler", aber einer der sich zu seiner Fragestellung und Forderung des "Primitivismus" ernsthafte und weitreichende Gedanken auch unter Einbeziehung relevanter Literatur (etwa von kritischen Anthropologen, wie Marshal Muhlins, ..) gemacht hat und zum Thema Vorträge in der ganzen Welt hält.

Zudem können wir faktisch, von einer riesigen möglichen Katastrophe mal abgesehen, kaum mehr in die "Steinzeit" zurückkehren, abgesehen davon ist diese Vision nur ein Modellszenario, welches zum Nachdenken anregen soll.

Tatsächlich gibt es bereits interessante Kunstprojekte, die derartige Themenbezüge, (unsere Welt nach dem IV. Weltkrieg) schon aufgegriffen haben und eine Künstlerin hat Ansätze erarbeitet, in denen sie eine Welt darstellt, die aus den Resten unserer (materiell orientierten Un-Kultur") eine andere, archaischere Lebensform entwickelt und bastelt.

Manche "linken" Kritiker (Noam Chomsky, etwa) der Ideen Zerzans und Derek Jensens, werfen jenen zudem vor, diese seien "Genozidisten", da sie betonen, das die Überbevölkerung, durch unsere Form der "Zivilisation" begünstigt, eine enormes Risiko darstellt, welches (wieder) einer kritischen Betrachtung unterzogen werden müsste. Und sie betonen, das die Erdbevölkerung auf ein "vernünftiges" Maß reduziert werden sollte, Eingriff der auch eher eine Bedrohung durch konventionelle und nukleare Waffensysteme darstellt, als das er proklamiert und getätig werden könnt,e eben von verbalen und inhalötlichen Kritikern einer überbordenenden, einseitig technikverherrlichenden, schön aktuell enorm zerstörenden Entwicklung.

Es geht in der Diskussion m.E. vor allem um eine Rückkehr zu den "basics", einer vernünftigen Rückbesinnugn auf wichtige Grundbedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen, ein Leben und eine Lebensform, welche nicht einseitg in den materiellen Konsumrausch abgelenkt wird und dadurch ihres tieferen, nöglichen Sinns entfremdet wird, ...

Ein menschliches Maß, ...


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"und der der Meister sprach: wenn ihr aber klatscht mit beiden Händen, dann hört auf das Klatschen der einen Hand."

Geändert von brentis (12.04.10 um 11:40 Uhr).


17.04.10, 23:57 # 4 (permalink)

Zitat von brentis
Interessanter Ansatz und er zeugt von ungewohnter Reflexion in diesem Forum.
Respekt!

Nur ist Zerzan niemand der nur einseitige und simplifizierende "Schlagworte" in die Gegend streut, sondern er ist sogar "Wissenschaftler", aber einer der sich zu seiner Fragestellung und Forderung des "Primitivismus" ernsthafte und weitreichende Gedanken auch unter Einbeziehung relevanter Literatur (etwa von kritischen Anthropologen, wie Marshal Muhlins, ..) gemacht hat und zum Thema Vorträge in der ganzen Welt hält.
Ok, vielleicht war ich da mit der Beurteilung etwas vorschnell .
Immerhin muss ich zugeben, dass ich ganz erfreut war, dass jemand heutzutage noch an die "primitiven" Kulturen denkt, was ja ein sehr spannendes Thema ist. Insofern muss man Zerzan ja auch Lob zollen, dass er das Thema wieder etwas nach vorne bringt (auch wenn ich nun nicht in jeder Folgerung daraus zustimme).

Zudem können wir faktisch, von einer riesigen möglichen Katastrophe mal abgesehen, kaum mehr in die "Steinzeit" zurückkehren, abgesehen davon ist diese Vision nur ein Modellszenario, welches zum Nachdenken anregen soll.
So gesehen stimme ich dem auch zu. Zurückkehren können wir zwar nicht, aber wir können immerhin erkennen, was an Positivem an diesen Kulturen dran war (oder auch noch ist). Ich bin auch selber immer wieder verblüfft, was für Erfahrungen Leute machen, die tatsächlich selber mal bei Völkern waren, die auf "primitivem" Niveau leben.

Erst kürzlich gab es eine Reportage über Daniel Everett, der zunächst als Missionar zu den Pirahá (Volk im Gebiet des Rio Madeira/Brasilien) kam, aber dann später erkannte, dass die Leute auch ohne den christlichen Glauben glücklich sind, und dann von diesem Vorhaben abliess, um dann später deren Sprache zu studieren.

Die Entspanntheit und Gegenwartsbezogenheit der Leute ist bemerkenswert (es gibt kaum Interesse an der Vergangenheit und an Dingen, die man nicht sehen kann). Umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass andere Völker (wie die Yolngu in Australien) ein sehr starkes Interesse an der Vergangenheit und den Ahnen haben.
In Südamerika ist die Mentalität der Indios anders. Die Yanomam verbrennen ihre Toten, streuen die Asche in Bananenbrei, und essen den. Danach ist der Tote vergessen, wird nicht mehr erwähnt, seine Äcker werden nicht mehr benutzt.
Die Gegenwart verlangt die ganze Aufmerksamkeit.

Kein Wunder, dass das Christentum bei den Piraha kein Verständnis fand (höchstens ein verständnisloses, aber freundliches Lächeln über die Verwunderung, dass der gute Herr Everett über jemanden berichtete, den weder er, noch sein Bruder, oder Vater jemals zu Gesicht bekam).

Tatsächlich gibt es bereits interessante Kunstprojekte, die derartige Themenbezüge, (unsere Welt nach dem IV. Weltkrieg) schon aufgegriffen haben und eine Künstlerin hat Ansätze erarbeitet, in denen sie eine Welt darstellt, die aus den Resten unserer (materiell orientierten Un-Kultur") eine andere, archaischere Lebensform entwickelt und bastelt.
Hm, interessant, ich gestehe, dass ich mit diesen Themen noch nicht befasst habe.

Manche "linken" Kritiker (Noam Chomsky, etwa) der Ideen Zerzans und Derek Jensens, werfen jenen zudem vor, diese seien "Genozidisten", da sie betonen, das die Überbevölkerung, durch unsere Form der "Zivilisation" begünstigt, eine enormes Risiko darstellt, welches (wieder) einer kritischen Betrachtung unterzogen werden müsste. Und sie betonen, das die Erdbevölkerung auf ein "vernünftiges" Maß reduziert werden sollte, Eingriff der auch eher eine Bedrohung durch konventionelle und nukleare Waffensysteme darstellt, als das er proklamiert und getätig werden könnt,e eben von verbalen und inhaltlichen Kritikern einer überbordenenden, einseitig technikverherrlichenden, schön aktuell enorm zerstörenden Entwicklung.
Ja, Chomsky kenne ich freilich. Witzigerweise kann man auch einen Bezug herstellen zu der Everett-Thematik, da Everett ja in Bezug auf die Sprache Pirahá
argumentiert hat, sie kenne keine Rekursion. Und Chomsky hatte ja die These vertreten, dass Rekursion ein elementarer Bestandteil von Sprache ist, später aber relativiert, dass dieser Bestandteil nicht automatisch in jeder Sprache zur Verfügung stehen müsse (in Antwort auf eben dieses Statement von Everett über Pirahá).

Chomsky ist politisch in der Tat sehr weit links (und ich gebe gerne zu, dass dies für meinen politischen Geschmack etwas zu weit geht, ebenso wie die Thesen von Zerzan). Ich selber bin kein sehr ausgeprägt politischer Mensch, ich bin jemand, der sich vor allem für komplexe und ausgefallene Dinge interessiert.
Und da ist die Anthropologie und die Linguistik schon einigermassen passend.

Es geht in der Diskussion m.E. vor allem um eine Rückkehr zu den "basics", einer vernünftigen Rückbesinnung auf wichtige Grundbedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen, ein Leben und eine Lebensform, welche nicht einseitg in den materiellen Konsumrausch abgelenkt wird und dadurch ihres tieferen, möglichen Sinns entfremdet wird, ...

Ein menschliches Maß, ...

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Ja, dem kann ich uneingeschränkt zustimmen.
Ich habe auch keine Zweifel daran, dass die Menschen dort unten in Brasilien ein glückliches Leben führen trotz aller Anstrengungen, die das Leben dort abfordert.
Das macht ein bisschen entspannt, wenn man weiß, dass Konsum nicht alles ist.

In Bislama (englischbasierte Kreolsprache von Vanuatu) heisst es:
"God i givim ples ya long yumi, Yumi glat tumas long hem."

"Gott hat uns dieses Land gegeben; das gibt uns allen Grund zu jubeln."

yumi glat, wir sind glücklich...

Olli


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