Zum Bewerten anmelden

Anzeige

politik.de iPhone App

Politik.de jetzt auch am Handy! Holen Sie sich die iPhone-App von politik.de und nutzen Sie das Portal kostenlos von unterwegs.

Medien und Gesellschaft

WissensWerte: Islamismus

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist der Islamismus zu einem der wichtigsten internationalen Problemfelder geworden. Aber sind Islamisten immer auch Terroristen?

Zum Video

Zum Video

Top Diskussionen

11.12.05, 11:22 # 1 (permalink)

Ein Lehrstück: Franz von Papen

Meist wird er von den Historikern als inkompetenter und verschrobener "Herrenreiter" behandelt, der überhaupt eher zufällig in die Geschichte hereingestolpert zu sein scheint.

Das ist gefährlicher Unsinn!

Wer und was war dieser Franz von Papen wirklich?

Wer macht mit, die Hintergründe dieses Lebenslaufes zu ergründen?

Meine Homepage(klick)


11.12.05, 11:27 # 2 (permalink)

Original geschrieben von Hellmann
Meist wird er von den Historikern als inkompetenter und verschrobener "Herrenreiter" behandelt, der überhaupt eher zufällig in die Geschichte hereingestolpert zu sein scheint.

Das ist gefährlicher Unsinn!

Wer und was war dieser Franz von Papen wirklich?

Wer macht mit, die Hintergründe dieses Lebenslaufes zu ergründen?
Mich würde interessieren, ob sein 1932 verabschiedetes Wirtschaftsprogramm Einfluß, auf die radikale Senkung der Arbeitslosigkeit unter Hitler hatte.

mfg

Shakt

11.12.05, 11:29 # 3 (permalink)

Original geschrieben von Hellmann
Meist wird er von den Historikern als inkompetenter und verschrobener "Herrenreiter" behandelt, der überhaupt eher zufällig in die Geschichte hereingestolpert zu sein scheint.

Das ist gefährlicher Unsinn!

Wer und was war dieser Franz von Papen wirklich?

Wer macht mit, die Hintergründe dieses Lebenslaufes zu ergründen?
Da der Thread von dir ist, schätze ich mal war er britischer oder amerikanischer Spion. Liege ich richtig?

http://www.youtube.com/watch?v=pbvHK...eature=related


11.12.05, 12:15 # 4 (permalink)


Original geschrieben von Tankist
Da der Thread von dir ist, schätze ich mal war er britischer oder amerikanischer Spion. Liege ich richtig?
Mein Anliegen ist mit diesem Thread gerade, die Methode des Vorgehens zu demonstrieren.

Du bist schon in Logik ganz gut, wenn Du sofort einen Zusammenhang zwischen meinem "Hobby" und dem Strangthema vermutest.

Zunächst einmal geht es darum, unter all den vielen Politikerbiografien diejenigen herauszufinden, bei denen die "Alarmglocken" dröhnen sollten, wenn man beim Diagonallesen mit dem linken Aug kurz ein Blick darauf geworfen hat.

Sogar dann, wenn die Informationen auf so einem Scheiss wie dem hier gerade beruhen:

Nach einer militärischen Ausbildung zum Kavallerieoffizier beginnt Papen eine diplomatische Laufbahn als deutscher Militärattaché an den Botschaften in Washington und Mexiko.

Will aber hier nichts dozieren, sondern die Interessierten und Befähigten zur Mitwirkung bringen.

Bin jetzt auch erst mal in der Sauna bis zum Abend.

Meine Homepage(klick)


11.12.05, 17:00 # 5 (permalink)

Thumbs up Muss nicht, aber KANN....

Original geschrieben von Tankist
Da der Thread von dir ist, schätze ich mal war er britischer oder amerikanischer Spion. Liege ich richtig?
Nun, das erscheint mir plausibel!! Hellmann hat hier öfters schon sehr (!) interessante Zusammenhänge auch und gerade in Bezug auf angloamerikanische Eliten/Finanzstrukturen aufgedeckt....Papen könnte (!!) während seiner Zeit in Washington angeworben worden sein....ah!!!! Da fällt mir ein: Ein Kriegsgrund der USA im Ersten WK war auch, dass Deutschland mit Mexico ein Bündnis schmieden wollte, das u. a. vorsah, dass Mexico im Falle eines Sieges über die USA südliche US-Bundestaaten zurückerhalten sollte....das wurde publik. Hellmann?? War Papen darin verwickelt, in die Veröffentlichung des Planes?

Edit: Es war so!! Zitat: "Die immer wieder kolportierte Episode, Papen habe in der New Yorker U-Bahn eine Aktentasche mit Plänen, wie man Mexico zum Kriegseintritt gegen die USA bewegen wollte, liegengelassen"
Angeblich nur ein "Gerücht".... http://www.sauerlaender-heimatbund.d...von_papen.html

Geändert von politjunkie (11.12.05 um 17:08 Uhr).


11.12.05, 18:38 # 6 (permalink)

Ich mache natuerlich mit.
J. McCloy untersuchte in der Zwischenkriegszeit (1930-1939) die Sabotage-Taetigkeit von Deutschen in den USA im Ersten Weltkrieg von Frankreich aus. Wir wurden in Den Haag zu einer Schadenszahlung von $ 26 Mio verknackt, weil er die Beteiligung einer dt. Geheimagentur nachweisen kann. Wie wir wissen, wurde v.Papen waehrend des WWI genau aus diesem Grund aus den USA ausgewiesen.

Der Sabotage-Fall wurde "Black Tom" genannt. L. Douglas Frau Peggy Zinsser ist die Schwester von McCloys Frau Ellen Zinsser, beide die Grosscousinen von Konrad Adenauers Frau Gussi Zinsser. McCloy arbeitete auch in der Zwischenkriegszeit fuer die IG-Farben, Ellens Onkel Hans war ein beruehmter Bakteriologe, ob nun das der Vater Frederick oder ein anderer Onkel war, der die Firma Cyanamid Co. besass, weiss ich noch nicht. Sie teilte sich scheinbar mit der Degussa die Marktrechte an einem sehr bekannten Gift.

Mit Lewis W. Douglas kommt man zu Kupferminen in Arizona, die neben denen von Jerome (Winstons Mutters Familie) und Clemenceau (guter Freund der Familie Douglas) liegen.

„Zum Teufel eine deutsche Libertät, die
prahlerisch in Feindeslager steht!“

Geändert von romeo (11.12.05 um 18:53 Uhr).


11.12.05, 20:33 # 7 (permalink)

Papen hat als deutscher Militärattache ganz Washington umgedreht; die haben ihrerseits gedacht, sie hätten ihn umgedreht und so hat jeder jeden umgedreht.

Gegner der akustischen Umweltverschmutzung

AAA

History of Music

Innsbruck


11.12.05, 21:15 # 8 (permalink)

Die Welt der Intelligence und des US-Kapitals ist klein.

Ein interessanter Abstecher:
In 1949, John McCloy was appointed High Commissioner of Germany. McCloy was not the first choice. Lewis Douglas, the head of the Finance Division of the Control Council was. However, Douglas agreed to step aside in favor of McCloy. It appears nothing was being left to chance in post war Germany. The governing of post war Germany would be a family affair. The three most powerful men in post war Germany: High Commissioner McCloy, Douglas, Head of the Finance Division of the Control Council and Chancellor Konrad Adenauer were all brother-in laws. All three men had married daughters of the wealthy Fredrick Zinsser, a partner of JP Morgan. The Morgan empire would control the fate of Germany.

What little justice achieved under the Control Council and General Clay would now be rapidly undone. Up until 1940 McCloy had been a member of the law firm Cravath, de Gersdorff, Swaine and Wood. This law firm represented I.G. Farben and its affiliates. In 1940, McCloy was appointed Assistant Secretary of War. At least three other individuals from the same law firm turned up in the War Department. Alfred McCormick and Howard Peterson both served as assistants to the Secretary. Richard Wilmer was commissioned as a colonel after the war started and served in a similar vein.61 Peterson later served as the finance chairman of the National Committee Eisenhower for President, 1951-1953.

The career of McCloy is one sympathetic to fascism and warrants a closer look. Henry Stimson appointed McCloy as assistant secretary of war. Roosevelt had selected Stimson to head up the War Department in 1940 in an attempt to make the war effort a bipartisan effort and to blunt any criticism of the upcoming war by the Republicans. One of the first acts of Stimson upon taking over the War Department was to appoint McCloy as Special consultant to the War Department on German sabotage. Before 1940 ended McCloy was appointed as assistant secretary. As Secretary of State under Hoover, Stimson would surely have been aware of the cartels of I.G Farben and how the Hoover administration aided their formation. McCloy spent most of the 1930s in Paris working on a sabotage case stemming from WWI. In 1936, he shared a box with Hitler at the Olympics.
Quelle: http://www.spiritone.com/~gdy52150/betraylp9.htm

Würde allerdings vermuten, dass McCloy in den 30er Jahren einen anderen Job in Frankreich zu erledigen hatte...

Meine Homepage(klick)


11.12.05, 21:28 # 9 (permalink)

Original geschrieben von [HC]KROPOTKiN
Papen hat als deutscher Militärattache ganz Washington umgedreht; die haben ihrerseits gedacht, sie hätten ihn umgedreht und so hat jeder jeden umgedreht.
Leider ist die Geschichte etwas zu grauenvoll, um Witze zu machen. Wenn wir nicht wirklich aufpassen, wiederholt sie sich.

Militärattaché der Deutschen Botschaft in Washington war natürlich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs eine entscheidende Position. Die Wahrscheinlichkeit, dass Papen zufällig gerade auf diesen Posten gekommen war, würden Mathematiker wohl für haarsträubend halten. Wenn man wusste, dass er ein Verräter war und wenn man wusste, dass es zu einem Krieg kommen würde, dann konnte man diesen Mann auf genau diesen Posten rechtzeitig ansetzen.

Franz von Papen war überhaupt viel zu oft genau rechtzeitig an den Brennpunkten der Historie, als dass dies ein Zufall sein könnte. Das schafft einer zufällig in seinem Leben vielleicht einmal, beim zweitenmal schon darf man ihn unter Generalverdacht stellen.

Wäre sicher noch wesentlich, was er als Generalstabschef der 4. Türkischen Armee in Palästina gemacht hat, als die Briten gerade die Araber zu Aufständen trieben. Manchmal fragt man sich bei Franz von Papen, ob Schiff und Eisenbahnen damals überhaupt schon so schnell gewesen waren, wie der stets an den entscheidenden Brennpunkten auftaucht.

Und - ach ja - den Joachim von Ribbentrop hat der Franz von Papen in der Türkei natürlich auch schon kennengelernt. Vielleicht wussten sie voneinander bereits aus Amerika, der Papen soll ja Sabotageakte an kanadische Eisenbahnen organisiert oder verraten haben und der Ribbentrop hat doch für den Besitzer einer kanadischen Eisenbahngesellschaft "gearbeitet".

Meine Homepage(klick)


11.12.05, 22:16 # 10 (permalink)

Original geschrieben von politjunkie
Zitat: "Die immer wieder kolportierte Episode, Papen habe in der New Yorker U-Bahn eine Aktentasche mit Plänen, wie man Mexico zum Kriegseintritt gegen die USA bewegen wollte, liegengelassen"
Angeblich nur ein "Gerücht".... http://www.sauerlaender-heimatbund.d...von_papen.html
Angeblich habe ein Mitarbeiter die Unterlagen in der U-Bahn vergessen:
Heinrich Albert was one of these. Albert, a commercial attaché in the Consulate, foolishly forgot his briefcase on a New York elevated train. An American intelligence agent seized it. The briefcase contained a number of incriminating documents that were later published in the newspapers and served to embarraSS Papen and the entire German diplomatic corps. Worse, Papen quarreled constantly with Franz von Rintelen, who had been sent from Berlin to oversee sabotage in the U.S.

Rintelen was a foolhardy madman, according to Papen. At their first meeting together, Rintelen informed Papen that he had made several unique bombs that he planned to use to blow up American freighters taking supplies to England. He would also immediately launch a terrorist campaign across the U.S., blowing up warehouses and U.S. military installations.

This was not Papen's kind of espionage. He feared that Rintelen's wild sabotage would endanger his own mission. Several U.S. merchant vessels were sabotaged and Rintelen was the funding source behind the Mare Island explosions.

Papen's response to all this was to cable the Abwehr, demanding that Rintelen be recalled. Rintelen was ordered back to Germany but he was taken from a Dutch ship (the Netherlands then being a neutral nation) when it stopped at Southampton. British naval intelligence agents working under the direction of Reginald Hall had decoded Papen's message to the Abwehr about Rintelen.

The Abwehr respected Papen but it also demanded that he supervise sabotage now that Rintelen had been removed. Papen refused to have his agents commit such acts in the U.S., but he did send a group of saboteurs to Canada to blow up strategic parts of the Canadian Pacific Railway in order to prevent Canadian troops from reaching ships sailing for England. Canadian police and the Royal Canadian Mounted Police were able to track down the saboteurs before they could do any damage.
Franz von Papen widerfuhr immer wieder ein "Missgeschick", welches für die Angloamerikaner wertvoll war, wie etwa im Fall Rintelen. Die obige Darstellung beruht natürlich auf der Quelle Franz von Papen. Die Darstellung darf in einigen Punkten angezweifelt werden. Das Missgeschick mit den Unterlagen in der U-Bahn hat er sicher nicht selber auf sich geladen, aber ebenso sicher arrangiert.

Meine Homepage(klick)



Lesezeichen

SEO by vBSEO 3.3.2