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Video-Diskussion: Peter Tauber (CDU) über freiwillige Dienste

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Umwelt und Verkehr

Musterschüler oder schwarzes Schaf?

Ambitionierte Hamburger Schulreform stößt auf Widerstand

Wird an Hamburger Schulen alles anders? zoom Wird an Hamburger Schulen alles anders?
Quelle: eriwst
von Katharina Zink (politik.de)
08.03.2010

Schule ist schon lange kein Selbstläufer mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Schulzugehörigkeit aus dem Wohnort ergab. Privatschulen sprießen wie Pilze aus dem Boden und junge Eltern diskutieren schon in der Krabbelgruppe die Wahl der richtigen Schule für das Kind. Spätestens seit dem miserablen Abschneiden deutscher Schüler bei der PISA-Studie ist auch die Politik alarmiert und sieht sich im Zugzwang. Die Frage nach der richtigen Unterrichtsform wird ohnehin immer drängender. Eine umfangreiche Antwort will die Hamburger Regierung ab dem kommenden Schuljahr 2010/11 geben. 


Dort wurde von der schwarz-grünen Regierung unter der Führung von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) eine Reform beschlossen, die eine komplette Neustrukturierung der Schulen vorsieht. Das beginnt beim einzelnen Schüler, der bald kein Büchergeld mehr bezahlt, geht im Klassenverband, der zukünftig nicht mehr als 25 Mitglieder umfassen soll, weiter und endet in der Reduzierung auf drei Schulformen. Die Schullaufbahn beginnt in diesem Modell in der Primarschule, die sechs Jahre lang besucht wird. Danach geht es für die meisten Kinder in der Stadtteilschule weiter, die in sieben weiteren Jahren zum Abitur führt. Geeignete Schüler werden für das Gymnasium empfohlen, wo es die Hochschulreife schon nach der zwölften Jahrgangsstufe zu holen gibt. Hauptschul- und Mittlerer Abschluss sind an beiden weiterführenden Schulen möglich.

Diese Reform plant damit den radikalsten Schulsystemumbau, den die Bundesrepublik seit Bestehen erlebt hat. Gleichzeitig ist sie das Herzstück des grünen Ortsverbands, der Grün-Alternativen Liste (GAL). Deren Chefin Christa Goetsch -  Bildungssenatorin, Vizebürgermeisterin und selbst von Hause aus Lehrerin – will hier die Inhalte des grünen Teils der Regierungskoalition etablieren. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) leistet Schützenhilfe und hat seine Partei auf den Kurs eingeschworen. Nachdem auch SPD und Linke hinter diesem Reformvorhaben stehen, wurde das Konzept nun in der Hamburger Bürgerschaft einstimmig angenommen. Der vielbeschworene „Hamburger Schulfrieden“ scheint somit greifbar. 

 
Eltern lassen sich aber die Bildung ihrer Kindern nur ungern aus der Hand nehmen. Viele von Ihnen haben sich in der Initiative „Wir wollen lernen!“ organisiert, die die Neugestaltung der Schullandschaft nicht den Politikern überlassen will. Die Organisatoren machen im großen Stil gegen die Reform mobil und haben bereits mit großem Erfolg einen Volksentscheid erwirkt. Dabei wehren sie sich insbesondere gegen die sechsjährige Primarschule: Vier Jahre gemeinsames Lernen ist nach Meinung der Kampagnenmacher genug. So wird in der Hansestadt am 18. Juli im Volksentscheid über Grundsätzliches abgestimmt und auch die Landespolitik rüstet sich schon für den bevorstehenden Stimmenkampf.

Dem wurde sie schon jetzt gerecht, indem die Politiker ihren eigenen Gesetzesvorschlag korrigierten: Das sogenannte Elternwahlrecht wird nun doch weiterhin bestehen. Die letzte Entscheidung über die Art der weiterführenden Schule bleibt bei den Erziehungsberechtigten, erst nach einem Probejahr in der siebten Klasse kann einem Schüler das Gymnasium verwehrt werden. Mit diesem Schachzug wurde der bürgerlichen Klientel von „Wir wollen lernen!“ zumindest teilweise der Wind aus den Segeln genommen und die Initiative dürfte wieder ein paar Unterstützer verloren haben. Klar ist aber auch, dass hiermit das letzte große Zugeständnis gemacht wurde.


Hamburg befindet sich in diesem Frühjahr mitten im Stellungskampf für eine radikale Bildungsreform, der im Lokalen beweisen kann, wie schlagkräftig Schwarz-Grün wirklich ist und im Nationalen ein Indiz für die Reformfähigkeit der deutschen Schulsysteme sein wird.


Umfrageergebnis anzeigen: Was halten Sie von der Hamburger Schulreform?
Sehr gut, deutsche Schulbildung muss neue Wege gehen
43,90%
(18 Stimmen)
Die Idee ist richtig, im Detail muss aber noch verhandelt werden
24,39%
(10 Stimmen)
Nur wenige Punkte überzeugen mich
9,76%
(4 Stimmen)
Die Reform bringt keine Veränderung und kostet nur Geld
21,95%
(9 Stimmen)
Teilnehmer: 41. Diese Umfrage ist geschlossen

08.03.10, 15:39 # 1 (permalink)

Beitrag der Redaktion

Lightbulb Hamburger Schulreform: Musterschüler oder schwarzes Schaf?

Die Hamburger Bürgerschaft hat eine radikale Neustrukturierung der Schulen in Hamburg beschlossen. Lesen Sie mehr dazu in unserem aktuellen Dossier!

Was halten Sie von den Reformpunkten? Lernen die Schüler in einer Primarschule besser? Sollen sich die anderen Bundesländer ein Beispiel an Hamburg nehmen?

08.03.10, 15:51 # 2 (permalink)

Zitat von Redaktion
Was halten Sie von den Reformpunkten?
Nichts.

Sie sind so sinnvoll wie die Einführung eines einheitlichen Hochzeitskleides in gleicher Größe für alle Bräute.

Wer den Nationalsozialismus wirklich überwinden will, der kommt nicht daran vorbei, den Sozialismus überwinden zu wollen, denn auch Hitler war ein Linker. Wer heute einen "Kampf gegen Rechts" führt, führt Hitlers Politik und die der DDR fort.
Der Sozialstaat: das ist ein permanenter kalter Bürgerkrieg von oben


08.03.10, 16:17 # 3 (permalink)

ein planwirtschaftliches programm wird durch ein anderes ersetzt. *jippi*

jetzt wird sicher alles besser.

ist imer gut ein zwangssystem zu haben, in das niemand freiwillig sein kind schicken würde, wenn man die wahl hätte.

Economic Left/Right: 1.62
Social Libertarian/Authoritarian: -2.92

"Stop Blaming Capitalism, for Socialism's Failures!"


08.03.10, 16:45 # 4 (permalink)

Die Trennung nach der 4. Klasse führt dazu, dass nur das vorpubertäre Lernverhalten und weniger Fächer berücksichtigt werden. Ich halte daher die Orientierungsstufe während der 5. und 6. Klasse für sinnvoller als die Primärschule.

Die Elternauswahl der Schulform mit einjähriger Bewährungszeit belastet das Gymnasium letztendlich mit Wackelkandidaten, da Eltern mit zunehmender Eigenbildung ihren Kindern eher zuviel zutrauen. Auch Lehrer treffen Herkunftsentscheidungen. Die Eignungsfeststellung durch Zentralprüfung wäre objektiver.

Gegen die Anrechnung der Schulleistungen eines Gymnasiumsabbrecher auf einen Mittel- oder Hauptschulenabschluss ist nichts zu sagen.

Ebenso, dass fähigen Mittelschulabsolventen der Besuch einer eigenen dreijährigen Oberstufe ermöglicht wird.

Eigenverantwortung für Alle!


08.03.10, 17:53 # 5 (permalink)

Zitat von Redaktion
(...)Was halten Sie von den Reformpunkten? (...)
Überhaupt nichts!

08.03.10, 17:57 # 6 (permalink)

Zitat von Jakob
(...)Die Elternauswahl der Schulform mit einjähriger Bewährungszeit belastet das Gymnasium letztendlich mit Wackelkandidaten (...)

Die Zwangskoedukation über sechs Jahre hingegen belastet, was weitaus schlimmer ist, die leistungsbereiten und leistungsfähigen Schüler über zwei Jahre hinweg mit den Überforderten und den Leistungsverweigeren.


Zwei letzlich verlorene Jahre.


Eine ausgesucht dämliche Idee!

09.03.10, 08:58 # 7 (permalink)

Smile Wo liegt den das "Problem" - am "Oberen" oder "Unteren" Ende der Schulen ??

Na klar - die "Untere" Schulschicht ist "schlecht" - deshalb wird diese gestrichen.... Alle sollen Abi haben. Jeder "Depp" kann mal Probeabiturient werden .

- DAMIT JEDER SAGEN KANN: "ICH war auch schon mal aufm Gymmi" ?? -

Wenn das "Hilft" ?

Liegt das Problem nicht an dem "UNTEREN" Ende der Kette?
Dort wo man "Forderschule" für den Schüler benötigt - er diese Hilfe nicht bekommt - weil das schlecht angesehen ist ? Von den Eltern in die nächste Schulform geschickt wird - weil - DAS kann man keinem Weitererzählen - das eigene Kind an einer FÖRDER_SCHULE?

Hauptschule als Förderschulenersatz - BISHER - ja das ist NICHT die lösung - nun weil es nicht geklappt hat - diese Schule streichen?

Dann rumjammern weil wiedereinmal 30% den Schulabschluss nicht schaffen und nach mehr FÖRDERUNG schreien.

Neee.....Förderung geht nur - wenn die Schüler in die Schule PASSEN.

Die - die den Schulabschluss in 10 Jahren nicht schaffen werden - sollten gefördert werden....in einer Förderschule !

Um die Abiturienten muss man sich NICHT kümmern - die wissen BESCHEID!

http://www.youtube.com/watch?v=eiHJA4TEMM8


09.03.10, 10:50 # 8 (permalink)

Für die von den USA für die BRD zukünftig vorgesehene Windrädchen-Hochtechnologie würde selbstverständlich eine Gesamtschule für die Jugend die richtige Grundlage abgeben.

Die Gesamtschule wurde ja schon vor dreißig Jahren von der angloamerikanischen Lizenzpresse wie etwa der ZEIT propagiert. Damals ließ sich das aber doch noch nicht durchsetzen. Jetzt haben die Briten in Hamburg einen ersten Schritt geschafft.

Die Kinder der Reichen können ja immer noch gute Privatschulen besuchen.

Meine Homepage(klick)


09.03.10, 15:25 # 9 (permalink)

Selektion führt in die Krise

Das Schulssystem ist asozial und ungerecht, wir haben auf der einen Seite die Selektierung nach der 4.Klasse und damit stellt sich folgendes Problem:

Die reichen betuchten Deutschen Staatsbürger gehen gewöhnlicherweise auch dank gute Beziehungen zu den Lehrern und den Behörden auf das Gymnasium, die restlichen Schüler werden in eine MittelSchule (Realschule) oder in die Restschule (Hauptschule) abselektiert.

Nun stellt sich hierbei folgendes Problem: Während das gut betuchte Clientel unter sich weilt und ihre berufliche Zukunft auch dank Studiengebühren und weniger Konkurenz gesichert weiss, kämpfen die Realschüler in den Mittelschulen später um jeden Ausbildungsplatz, welcher bis Mitte der 90er Jahre noch leicht zu haben war, nur hat sich folgender Mythos durchgesetzt: Der Abiturient ist alles, der Real-Hauptschüler nix...Fazit: Realschulen verkommen auf dem Nivou der Hauptschulen.

Schaut man in die Hauptschulen so stellt man fest, dass diese Schule er eine soziale Verwahranstalt geworden ist, in denen hoher Migrantenanteil sowie Hartz IV Milleu vor sich hinvegetiert, schon jetzt fangen viele Lehrer an Ihnen die Realitäten vorzuzeigen und bringen den Schülern bei, dass ihre berufliche Zukunft Hartz IV ist !!!!!!!

Die hierzu realisierenden gesellschaftlichen Folgen möchte ich mir nicht ausmalen..... - pervertierterweise werden die hoch begabten Realschüler trotz Ausbildung meistens in Zeitarbeitsfirmen geschickt oder in die Arbeitslosigkeit, auch wenn der zweite Bildungsweg AbiturChancen einräumt, so wird die Grenze spätestens an den Universitäten realisiert werden, Schwerpunkt: STUDIENGEBÜHREN !!!!

Es ist völlig offensichtlich, dass kein Mensch mit wenig Einkommen oder schlechtem Elternhaus eine derartige berufliche Neuorientierung meistern kann...möglicherweise ist das auch nicht gewollt.

Um eine effiziente Bildung und vor allem Integration der Migranten in die Gesellschaft zu realisieren, helfen keine pseudolinken ImageKampagnen für die Hauptschulen sondern eine Reform des Bildungswesens, auch wenn das sauer bei den gut betuchten Bonzen oder Sprösslinge des Vorstandes aufstossen würde.

Schafft dieses dreigliedrige Schulssystem ab !!! Reformiert das Bildungs und Unterrichtswesen, damit würden soziale Unterschiede in der GanztagsGesamtschule ausfallen, Schüler könnten durch Personalaufstockung individueller gefördert werden, nach Klasse 10 geht man entweder mit dem Allgemeinen Bildungsabschluss bzw MSA, oder aber geht weiter aufs Gynmasium.

Werden wir nicht handeln, wird das Problem mit den Migranten und der Arbeitslosigkeit zunehmen.

Aber das reicht nicht, .... dann es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, es kann ja net sein, dass man als Briefträger schon Abi braucht oder als Büroangestellter ein Diplom der Wirtschaftswissenschaften usw usw...teilweise wird das mit den Bildungsabschlüssen absichtlich übertrieben.

Wir brauchen aber nicht nur staatliche und private Ausbildungsverträge in Betrieben und öffentlichen Diensten sondern eine Abkehr neoliberaler Politik, die es zugelassen hat, dass viele Menschen nachcher in die Arbeitslosigkeit belassen werden um den Gewinnmaximierungsprozess sowie neoliberalen Sparwahn auftrieb zu geben !!!!

09.03.10, 15:59 # 10 (permalink)

Zitat von Solidanosh
(...) Schaut man in die Hauptschulen so stellt man fest, dass diese Schule er eine soziale Verwahranstalt geworden ist (...)

Und warum ist das so?



Weil heutzutage jeder Depp in eine höhere Schullaufbahn gejagt wird und sich dort meist auch halten kann, da diese im Zuge einer 'Abitur für Alle'-Denkweise immer weniger selektiv sind.


Ergo leidet die Qualität der höheren Schulabschlüsse - und in der Haupschule bleiben nur noch die hängen, die nun wirklich für alles zu blöd oder zu desinteressiert sind.
(Oder die dank eines desinteressierten und unfähigen Elternhauses in diesem Sumpf hängenbleiben und mit dem Stigma leben müssen.)


Die Vorstellung, das Ganze sei dadurch zu verbessern, dass die Trennung der Willigen und Fähigen vom Rest _später_ erfolgt und diese somit länger dem Sog der Wenigeralsmittelmäßigkeit ausgesetzt sind, ist völlig absurd.

Geändert von scepticus (09.03.10 um 17:06 Uhr).



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